Sybille Schmidt – NTV-Tennis vom 25.08.2013:

Die Braunschweig Women’s Open sind ein gutes Terrain für deutsche Tennisspielerinnen: Auch die fünfte Auflage des ITF-Futureturniers im Rahmen der HEAD German Masters Series wurde von einer deutschen Spielerin gewonnen: Kristina Barrois besiegte im Finale des erstmals mit 15.000 Dollar dotierten Turniers die Französin Myrtille Georges mit 4:6, 6:2, 6:3.

Nach Korina Perkovic, Scarlett Werner, Dinah Pfitzenmaier und der diesmal bereits im Achtelfinale gescheiterten und inzwischen für die Philippinen startende Katharina Lehnert ist Barrois also die fünfte Deutsche, die beim Braunschweiger THC den Turniersieg erringen konnte. Dafür musste die Nummer270 der Welt und Nummer zwei der Setzliste aber hart kämpfen. Bereits im Achtelfinale musste die 31- Jährige, die durch Verletzungen von Rang 57 auf ihre jetzige Platzierung katapultiert wurde, gegen Anna Klasen aus Gifhorn über drei Sätze gehen. Im Finale erspielte sie zwar von Beginn an die Aufsehen erregenderen Punkte, machte aber auch weitaus mehr Fehler als die unauffällig aber sicher agierende Georges, die als Nummer 297 und Nummer drei der Setzliste ins Turnier gestartet war. Nach Verlust des ersten Satzes aber besann sich Barrois auf ihre Stärken, setzte mehr und mehr den tiefen Rückhand-Slice verbunden mit Netzangriffen ein und sicherte sich letztlich souverän die 20 Weltranglistenpunkte. „Fast wichtiger ist aber für mich, dass ich immerhin fünf Matches in Folge erfolgreich spielen konnte. Das gibt mir Matchpraxis und Selbstvertrauen“, erklärt die Saarländerin, die in diesem Jahr alle Grand Slam- Turniere verpasste, im kommenden Jahr aber noch einmal durchstarten möchte.

Myrtille Georges hatte mit ihrem 7:5, 6:4-Halbfinalsieg gegen die Mannheimerin Sina Haas ein rein deutsches Finale verhindert. Haas, nur die Nummer 961 der WTA-Weltrangliste, hatte gleich zum Auftakt des Turniers die topgesetzte Tschechin Tereza Smitkova deutlich in zwei Sätzen besiegt. Bereits im Viertelfinale waren Haas und Barrois die einzigen deutschen Spielerinnen im Feld.
Die ersten Siegerinnen der Braunschweigs Women’s Open 2013 wurden bereits am Freitag gekürt: Das bulgarisch-französische Duo Shinikova/de Bernardi gewann die Doppelkonkurrenz denkbar knapp, mit 3:6, 6:1 und 10:8 im Match-Tiebreak gegen das topgesetzte Duo Malikova/Smitkova durch.

Ein positives Fazit zog Turnierdirektor Freddy Pedersen vom ausrichtenden Förderverein „Tennis Braunschweig“. „Unsere Entscheidung, das Preisgeld von 10.000 auf 15.000 Dollar aufzustocken, hat sich hinsichtlich der Qualität des Teilnehmerfeldes deutlich bezahlt gemacht“, bilanzierte er. Und wieder einmal hat sich Braunschweig als Tennisstadt erwiesen, knapp 4.000 Zuschauer kamen im Laufe der Turnierwoche in den Verein im Bürgerpark, rund 400 waren es am finalen Sonntag.

Gottfried Schumann, Präsident des Niedersächsischen Tennisverbandes (NTV) bestätigte, dass die Braunschweig Women’s Open eine wichtige Rolle in der niedersächsischen Turnierlandschaft einnehmen: „Es ist unser einziges internationales Damenturnier und somit eine großartige Plattform insbesondere für unsere Nachwuchsspielerinnen.“ Immerhin habe der NTV in der Saison 2014 mit dem Braunschweiger THC und dem DTV Hannover zwei Damenmannschaften in der 2. Bundesliga, auch diese Spielerinnen würden durch ein ITF-Futureturnier gestärkt und unterstützt.