DTSV-Tuniermagazin vom 29.05.2017:

Der Einstieg in die Schiedsrichtertätigkeit erfolgt über die Landesverbände. Geeignete Kandidaten können über die Regelreferenten des jeweiligen Landesverbandes für die Ausbildung zum C-Schiedsrichter/in (ehemals Verbandsschiedsrichter) angenommen werden. In Seminaren und Praxistests werden die Teilnehmer sorgfältig in die Materie eingeführt und können zunächst die Lizenz zum C-Schiedsrichter bzw. zur C-Schiedsrichterin erwerben.

„Erste praktische Erfahrungen folgen, beispielsweise bei Preisgeld- und Jugendturnieren sowie in den Bundesligen der Herren 30. Wer sich hier durchsetzt, dem steht die Tür zu den deutschen Bundesligen der Damen und Herren offen. Angesichts der qualitativ immer wieder beeindruckenden Meldelisten eine mehr als spannende Herausforderung.“ Parallel dazu bietet die Deutsche Tennis Schiedsrichter Vereinigung (DTSV) jungen Nachwuchsschiedsrichtern/innen in der JuniorGroup eine erweiterte Ausbildung, in der sie gezielt an die ersten Einsätze im Profitennis herangeführt werden. Jeder Schiedsrichter und jede Schiedsrichterin wird bei allen Einsätzen von erfahrenen Kollegen betreut und gecoacht.

Aus dem Kreis der C-Schiedsrichter/innen und Mitgliedern der JuniorGroup werden jährlich Kandidaten und Kandidatinnen für die Ausbildung zum B-Schiedsrichter/in ausgewählt. Schiedsrichter, die es bis hierher geschafft haben, übernehmen neben nationalen Einsätzen auch die Leitung von Partien bei internationalen Preisgeldturnieren des ITF Pro Circuit. Der erfolgreiche Abschluss zum B-Schiedsrichter bildet den Grundstein für den Erwerb der höchsten deutschen Schiedsrichter-Lizenz – dem A-Schiedsrichter. Die Ausbildung (inkl. B-SR) erstreckt sich i.d.R. über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die theoretische Ausbildung erfolgt in Form von drei Wochenendseminaren, die praktische durch bewertete Einsätze bei internationalen Turnieren der ITF sowie den Bundesligen.

Wer die A-Schiedsrichter-Lizenz inne hat und zu den Besten gehört, kann schließlich für die weiterführenden internationalen Schulen der ITF gemeldet werden. Dort kann man zunächst das White Badge und anschließend das Bronze Badge erreichen und damit den Weg für eine weltweite Schiedsrichter-Tätigkeit ebnen. Die zwei höchsten Stufen im internationalen Schiedsrichterwesen sind das Silber- und das Gold Badge, die jährlich von einer Verbände übergreifenden internationalen Kommission (ITF, WTA, ATP) an besonders hoch bewertete Officials vergeben werden. Deutschland verfügt derzeit über 14 internationale Schiedsrichter (Bronze Badge oder höher) und 14 internationale Supervisor. Dies sind im weltweiten Vergleich Spitzenwerte. Kaum ein anderes Land verfügt über eine derartig hohe Quote.

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